Die richtige Redewendung erwischt. Der DLZ- Kommentator hofft auf Entdeckung, will aber auch nichts Falsches sagen. "Im Westen nichts Neues" ist der Name des Romans von Remarque. Es geht um dieliterarische Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse der Kriegsteilnehmergeneration. 1930/31 schrieb Remarque eine Fortsetzung mit dem Titel "Der Weg zurück", in dem beschrieben wird, wie die Überlebenden nach dem Krieg versuchen, wieder im Zivilleben Fuß zu fassen. Das Stillschweigen über die Traumatischen Erlebnisse ist eine Form davon. Eine Weitere ist die Verleugnung des Geschehenen. Diese Bedeutung der Redewendung hat sich eingebürgert. Auch das könnte auf die großspurigen Ankündigungen in Heide zutreffen, da das meiste sowieso Nonsense ist. Das Möbelhaus könnte in 20 Jahren noch stehen, ebenso wie der Bahnhof. Die Marktpassage, die schon längst fertig sein sollte, wurde wohl zunächst verschoben. Bleibt nur die Friedrichstraße, wo alle froh sein werden, wenn sie am Ende besser aussieht, als zur Zeit der Bauarbeiten im Moment. Die Bäume waren das einzige Lebendige am Gehbereich. Die wurden als Erstes mal abgeholzt. Im Westen nichts Neues.

Einkaufspassage am Heider Markt:

Im Westen viel Neues

Von Jörg Lotze
In Heide tut sich was: Das ist mittlerweile, trotz intensiver Geheimhaltung seitens mancher Verantwortlicher, nicht mehr zu übersehen. Und es ist eine durchaus positive Entwicklung, die sich da abzeichnet. Sei es das neue Restaurant-Café, das gegenwärtig aus dem Gebäude der ehemaligen Landesbank am Wasserturm entsteht. Oder konkrete Pläne, den baulichen Schandfleck „Möbelhaus an der Stadtbrücke“ mit neuem Leben zu füllen. Ebenso das Haus in der Friedrichstraße, in dem früher das „Café Reimers“ beheimatet war. Und das ehemalige Toyota-Autohaus in der Meldorfer Straße. Auch dort passiert etwas, wie man hörte. Der Neubau des Bahnhofes sowie die Sanierungskur für die Friedrichstraße sind weitere markante Beispiele.
Allen voran zu nennen ist natürlich der Umbau der Markt-Westseite, an der noch 2010 eine überdachte Einkaufspassage und ein 5000 Quadratmeter großer Verbrauchermarkt entstehen sollen. Stolze 25 Millionen Euro investiert eine Familie aus Hannover privat in die Neugestaltung.
Diese wird stadtbildprägend sein und für Heide – um das zu behaupten, braucht man weder Kaffeesatz noch Glaskugel – ein enormer Gewinn.
09 .März 2010